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Zitate aus dem Interview vor der Veröffentlichung prüfen

Veröffentlicht am 20. Oktober 2026 · Lesezeit: 4 Min.

Der Text ist fertig, die Seite steht, in einer Stunde ist Redaktionsschluss. Im Aufmacher zitieren Sie den Bürgermeister zur geplanten Umgehungsstraße: „Wir lehnen das ab.“ Beim Gegenlesen kommt der Zweifel. Hat er das so gesagt, oder sagte er „Wir prüfen das“? Zwischen beiden Sätzen liegt der Unterschied zwischen einer Nachricht und einer Gegendarstellung.

Im deutschsprachigen Journalismus ist es verbreitet, Interviews vor der Veröffentlichung autorisieren zu lassen. Umso wichtiger ist es, dass Sie selbst wissen, was in der Aufnahme steht, bevor die Gesprächspartnerin den Text sieht. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie Zitate mit der Aufnahme abgleichen, ohne die ganze Stunde noch einmal anzuhören. Wie Sie ein Interview grundsätzlich aufnehmen und transkribieren, etwa für eine Abschlussarbeit, steht in der Anleitung Interview transkribieren für die Bachelorarbeit.

Der Weg vom Gespräch zum belegbaren Zitat

Aufnehmen, mit Ansage. Sagen Sie zu Beginn, dass Sie aufzeichnen, auch am Telefon und im Videoanruf. Das gehört zur journalistischen Sorgfalt, und das heimliche Aufnehmen nichtöffentlicher Gespräche ist in Deutschland nach § 201 StGB strafbar. Das ist keine Rechtsberatung.

Transkribieren. Laden Sie die Datei hoch oder nehmen Sie im Browser auf. Die Sprecher werden automatisch getrennt. Benennen Sie „Sprecher 2“ einmal in den Namen Ihres Gesprächspartners um, und die Änderung gilt im ganzen Transkript.

Zitat prüfen. Bevor ein Satz in Anführungszeichen erscheint, fügen Sie ihn in die Funktion Zitat prüfen ein. Sie wählen eine Aufnahme oder alle Aufnahmen aus. SonaFact zeigt die Fundstelle und markiert geänderte, hinzugefügte und fehlende Wörter. Mit einem Klick hören Sie genau diesen Moment.

Was Zitat prüfen zeigt

Zitat prüfen ist ein Textvergleich zwischen Ihrem Satz und dem Transkript. Laut unserer Startseite arbeitet er ohne KI, verbraucht keine KI-Aufträge, und das eingefügte Zitat wird nicht gespeichert. Die Funktion ist in allen Tarifen enthalten, auch im kostenlosen.

Was Sie einfügenWas Sie sehenWas Sie tun
Ein Satz, der genau so gefallen istFundstelle ohne markierte AbweichungenZur Sicherheit kurz anhören, dann übernehmen
Ein geglätteter Satz, etwa ohne „also“ und „ja“Fundstelle, fehlende Wörter markiertEntscheiden, ob die Glättung den Sinn verändert
Ein Satz mit falschem Kernwort, „ablehnen“ statt „prüfen“Fundstelle, geändertes Wort markiertZitat korrigieren oder als indirekte Rede umformulieren
Ein Satz aus Ihren Notizen, der so nie fiel„Nicht gefunden“ und bis zu drei ähnliche StellenDie ähnlichen Stellen anhören, nicht aus dem Gedächtnis zitieren
Ein Satz an einer schwer verständlichen StelleFundstelle; im Transkript sind unsichere Wörter gepunktet unterstrichenDie Aufnahme abhören, bevor Sie sich festlegen

Ein Beispiel aus der Lokalredaktion: Sie fügen „Wir lehnen das ab“ ein. SonaFact findet die Stelle, an der der Bürgermeister über die Umgehungsstraße spricht, und markiert „lehnen“ als geändert und „ab“ als hinzugefügt. In der Aufnahme sagt er: „Wir prüfen das.“ Sie hören die zehn Sekunden an und ändern den Satz, bevor er in Druck geht.

Unsichere Wörter: wo sich das Nachhören lohnt

Jedes automatische Transkript kann Fehler enthalten, und für Zitate ist das entscheidend. SonaFact unterstreicht Wörter, bei denen die Erkennung unsicher war, mit Punkten. Zu jedem Transkript sehen Sie außerdem den Anteil der unsicheren Wörter. Ein hoher Anteil ist ein Hinweis, dass die Aufnahme schwierig war, etwa durch Straßenlärm bei einem Gespräch vor dem Rathaus oder eine schlechte Telefonverbindung. Bei solchen Aufnahmen sollten Sie jedes wörtliche Zitat anhören.

Im Editor führt ein Klick auf eine Zeile zur passenden Stelle in der Aufnahme, und die gesprochene Zeile wird hervorgehoben. Ein falsch erkanntes Wort korrigieren Sie direkt im Text. Namen von Ortsteilen, Fraktionen oder Projekten tragen Sie in das eigene Wörterbuch ein, auch mit den Varianten, die stattdessen gehört wurden.

Wenn der Gesprächspartner widerspricht

Bei der Autorisierung kommt manchmal die Antwort: „Das habe ich so nicht gesagt.“ Dann hilft die Fundstelle. Sie können die genaue Stelle nennen und die Passage gemeinsam anhören, statt über Erinnerungen zu streiten. Ob Sie ein autorisiertes, geändertes Zitat übernehmen, bleibt eine redaktionelle Entscheidung. Die Aufnahme zeigt Ihnen nur, was tatsächlich gesagt wurde.

Für längere Recherchen mit vielen Gesprächen gibt es die Suche über alle Aufnahmen. Sie können auch Fragen an Ihre Aufnahmen stellen, etwa „Wann hat die Stadtwerke-Chefin über Preise gesprochen?“. Die Antwort führt zu den Stellen in der Aufnahme. Jede Frage kostet einen KI-Auftrag aus dem Tageskontingent.

Datenschutz für vertrauliche Gespräche

Hintergrundgespräche und Gespräche mit Informanten sind sensibel. Aufnahmen und Transkripte werden verschlüsselt in der EU gespeichert und verarbeitet. Wir trainieren keine KI mit Ihren Aufnahmen und schicken sie nicht an externe KI-Firmen. Jede Aufnahme können Sie jederzeit löschen oder eine automatische Löschung einstellen.

Was es kostet

Der kostenlose Tarif gilt unbefristet und ohne Kreditkarte: 3 Transkriptionen pro Tag, bis zu 30 Minuten pro Datei, mit Zusammenfassung und Zitat prüfen. Für längere Interviews gibt es den Tarif Starter für 9 € im Monat in der Eurozone, mit Dateien bis 3 Stunden und 20 Stunden pro Monat. Leserinnen und Leser in der Schweiz finden die Preise in ihrer Währung auf der Preisseite.

Mehr zur Arbeit mit Interviews in Redaktionen steht auf der Seite für Journalisten, alle Funktionen auf der Funktionsseite.

[Laden Sie Ihr Interview hoch und prüfen Sie Ihre Zitate](/de/?utm_source=seo&utm_medium=blog&utm_campaign=dach&utm_content=zitate-cta)

Probieren Sie es mit Ihrer eigenen Aufnahme

Der kostenlose Tarif gibt Ihnen 3 Transkripte pro Tag, je bis zu 30 Minuten, ohne Karte — genug, um Transkript, Sprecher und Editor selbst zu beurteilen.

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