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Ein Interview transkribieren: ein praktischer Leitfaden

Veröffentlicht am 29. September 2026 · Lesezeit: 4 Min.

Ein Transkript ist nur so gut wie die Aufnahme dahinter und die Prüfung danach. Dieser Leitfaden geht den ganzen Weg durch — vorher, währenddessen und danach —, damit das Zitat, das Sie veröffentlichen, auch das Zitat ist, das gesagt wurde.

Vor der Aufnahme

Die meisten Probleme mit Transkripten beginnen am Mikrofon. Ein paar Minuten Vorbereitung ersparen später eine Stunde Raterei.

  • Gehen Sie nah an die Sprecher heran. Ein Handy auf dem Tisch zwischen zwei Personen funktioniert; ein Handy in der Tasche oder am anderen Ende des Raums nicht. Abstand schadet mehr als ein billiges Mikrofon.
  • Wählen Sie einen ruhigen Raum. Hintergrundmusik, eine Kaffeemaschine oder Straßenverkehr konkurrieren mit den Stimmen, und Menschen, die durcheinanderreden, sind für jeden Zuhörer schwer auseinanderzuhalten, ob Mensch oder Maschine.
  • Machen Sie eine kurze Testaufnahme. Dreißig Sekunden, über Kopfhörer abgespielt, zeigen Ihnen, ob beide Stimmen klar sind.
  • Bitten Sie um Erlaubnis. Sagen Sie der anderen Person, dass Sie aufnehmen und wofür die Aufnahme verwendet wird, und holen Sie ihr Einverständnis ein. Die Regeln unterscheiden sich je nach Land und Situation; prüfen Sie also, was für Sie gilt.
  • Notieren Sie Namen und Begriffe. Namen von Personen, Firmen und Orten sowie Fachjargon sind die Wörter, die die automatische Transkription am häufigsten falsch erkennt. Eine Liste, die vor dem Interview entsteht, hilft später.

Die Aufnahme in Text verwandeln

Ein Interview von Hand abzutippen dauert meist ein Vielfaches der Aufnahmelänge. Die automatische Transkription erstellt den ersten Entwurf in Minuten; Ihre Zeit fließt ins Prüfen.

  1. Laden Sie die Aufnahme hoch. Gängige Audio- und Videodateien wie MP3, M4A, WAV oder MP4 funktionieren so, wie sie sind — vorher muss nichts konvertiert werden.
  2. Wenn Sie die Sprache und die Zahl der Sprecher kennen, geben Sie sie an. Das hilft der Engine, die Stimmen richtig zu trennen.
  3. Steckt das Interview voller Namen oder Fachbegriffe, tragen Sie diese vorher in ein Glossar ein, damit sie richtig geschrieben zurückkommen.

Prüfen, bevor Sie zitieren

Ein maschinelles Transkript ist ein Entwurf. Bevor ein Satz Ihre Notizen verlässt, prüfen Sie ihn an der Aufnahme.

  • Hören Sie jede Passage an, die Sie zitieren wollen. In SonaFact trägt jede Zeile ihren Zeitpunkt in der Aufnahme — in 32 Sprachen sogar wortgenau —, sodass Sie die Zeitangabe anklicken und genau hören können, was gesagt wurde.
  • Sehen Sie sich die Wörter an, bei denen sich die Engine unsicher war. SonaFact unterstreicht sie; dort sollten Sie zuerst prüfen.
  • Achten Sie auf die kleinen Wörter. Ein fehlendes „nicht“, eine falsche Zahl oder ein falsch verstandener Name verändert den Sinn stärker als jeder Tippfehler.
  • Prüfen Sie, wer es gesagt hat. Die Sprechertrennung ist automatisch und meist richtig, aber wenn zwei Personen gleichzeitig reden, kann eine Zeile beim falschen Sprecher landen. Verschieben Sie sie zum richtigen Sprecher, bevor Sie zitieren.

Sprecher benennen und entscheiden, wie glatt der Text sein soll

Ersetzen Sie „Sprecher 1“ und „Sprecher 2“ durch Namen oder, wenn das Interview vertraulich ist, durch Kürzel. In SonaFact benennen Sie einen Sprecher einmal um, und die Änderung gilt im ganzen Transkript.

Entscheiden Sie dann, welche Art von Transkript Sie brauchen:

  • Wörtlich behält alles so, wie es gesagt wurde, einschließlich Wiederholungen und abgebrochener Satzanfänge. Das brauchen Sie für die Forschung oder wenn es auf den genauen Wortlaut ankommt.
  • Geglättet entfernt Zögern und Wiederholungen, damit sich der Text gut liest. Das passt für Notizen und Artikel, solange Zitate den Sinn des Sprechers bewahren. Wenn Sie ein Zitat kürzen, markieren Sie die Auslassung mit Auslassungspunkten.

Exportieren und das Original aufbewahren

Exportieren Sie das Transkript in dem Format, mit dem Sie arbeiten — DOCX oder PDF für Dokumente, Markdown für Notizen. Bewahren Sie die Originalaufnahme so lange auf, wie Sie womöglich belegen müssen, was gesagt wurde, und löschen Sie beides, wenn Sie es nicht mehr brauchen. Ist das Interview vertraulich, prüfen Sie, wo Ihr Transkriptionsdienst Aufnahmen speichert und was beim Löschen mit ihnen geschieht — unsere Checkliste nennt die Fragen, die sich zu stellen lohnen.

Checkliste

  • Nah an den Sprechern aufgenommen, in einem ruhigen Raum, nach einem kurzen Test.
  • Erlaubnis zur Aufnahme und zur Transkription vereinbart.
  • Namen und Begriffe notiert oder ins Glossar eingetragen.
  • Jede zitierte Passage an der Aufnahme geprüft.
  • Sprecher benannt und Zitate der richtigen Person zugeordnet.
  • Originalaufnahme so lange wie nötig aufbewahrt, danach gelöscht.

Probieren Sie es mit Ihrer eigenen Aufnahme

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